Medien
Ein besorgniserregendes Phänomen, welches ich in der letzten Zeit, und der Rest der Nation wahrscheinlich schon länger, beobachtet habe, ist die Anbiederung ehemals seriöser Zeitungen an den Konsumenten, durch Lifestylethemen, die bis vor kurzem noch den Magazinen vorbehalten waren. Da muss man im Wirtschaftsteil, nicht dass das mein Fachgebiet wäre, über I-pod und Myspace lesen, von Journalisten die nach dem erfolgreichen Praktikum bei der ´´Neon´´, aufgrund ihrer Fachkenntnisse bezüglich eines jüngeren Publikums, gleich abgeworben wurden. Oder der Wirtschaftsexperte im Rentenalter schreibt noch mal selber über Themen, bei denen er nur verlieren kann, da er den jüngeren Kollegen auf jeden Fall noch gewachsen sein möchte. Da liest man dann von Myspace- Karrieren und dem I-Phone als Jugendbewegung, was in der Eile oder dem Unwissen einfach falsch gegoogelt wurde.
Beschweren kann ich mich nicht, da ich genau das Epizentrum dieser Zielgruppe darstelle, die da bedient werden soll. Zu ungebildet um den klassischen Wirtschaftsjargon zu verstehen und zu eitel um einfach nur die ´´Neon´´ zu lesen.
Natürliche können auch große Tages- und Wochenzeitungen vor sinkendem Absatz nicht die Augen verschließen, aber wenn sich nur noch an den Konsumentenbedürfnissen orientiert wird, kann nichts anderes als die bereits zu beobachtende Entwicklung hin zum ´´Infotainment´´(böses Wort) erwartet werden. Dabei sollten es doch gerade die seriösen Medien sein, die den Menschen erziehen und fordern sollen, um als Ratgeber, in einer Welt voller Alliteration und Pornobildern von Knut auf Seite drei ,zur Seite zu stehen.
